Bei der BPjM kannst Du erfahren, welche Spiele und Musikalben bereits auf dem Index stehen oder gänzlich verboten sind:

Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM)

Rochusstr. 10
53123 Bonn
Tel.: 02 28/9 62 10 30
info(at)bpjm.bund(dot)de
www.bundespruefstelle.de

Propaganda durch Musik

Mit Liedern und Musik erreicht man die Herzen der Menschen - dies ist seit tausenden von Jahren auf der ganzen Welt so, egal ob in Europa, Asien, Australien, Afrika oder Amerika. Musik, Töne und Takte verbinden die Menschen, egal ob sie arm oder reich sind, weiße oder schwarze Hautfarbe haben. Man muss nicht mal die gleiche Sprache sprechen um mit Fremden ins Gespräch zu kommen: Musik kann hierbei die Brücke bilden.

Mit Musik werden zumeist Emotionen ausgedrückt und so versuchen natürlich auch Rechtsextreme die Musik für Ihre Zwecke zu nutzen. Die Zeiten, als "Nazimusik" aus "Volksmusik" oder "dumpfen Märschen" bestand, sind lange vorbei - denn schon seit vielen Jahren findet man Lieder mit rechtem Gedankengut in allen Sparten der Musikbranche: in der Rock- und Volksmusik, im Pop und Heavy Metal, bei Neofolk, Dark Wave und Liedermachern, im Hardcore & Punkrock und neuerdings sogar im Hip Hop.

In den letzten Jahren sind aber auch die Produktionen und die Gestaltung der CDs viel professioneller geworden. Selbst die Musiker sind spieltechnisch besser geworden, so dass sich Bands mit rechtem Hintergrund auch beim ersten Hören nicht mehr von anderen Bands unterscheiden, wie es noch vor einigen Jahren der Fall war.

Deswegen ist es umso wichtiger sich mit den Menschen hinter der Musik, dem Artwork der CDs - also der Covergestaltung - und natürlich mit den Texten zu befassen. Denn nur in den Texten verraten rechtsextremistische Musiker ihre wirkliche Gesinnung.

Aber nicht jede Band ist an den Texten oder bereits an dem Bandnamen wie z. B. "Schutzstaffel", "Endlöser", "Freikorps" oder "Landser" als rechte Band erkennbar. Viele rechte Bands wissen genau, wie sie strafrechtlich relevante Aussagen in ihren Texten umgehen können und umschreiben ihre wahren Absichten mit schwammigen Phrasen.

Einige Bands und Musiker schwelgen in Erinnerungen an die "gute alte Zeit, die wiederkommen wird" (damit ist das "Dritte Reich" gemeint) oder glorifizieren die nordische Mythologie und die Wikingerzeit und deren Geschichte und machen daraus eine Überlegenheit der europäischen weißen Rasse, die erhalten werden muss.

Oftmals wird das angebliche Aussterben des deutschen Volkes thematisiert. Hierbei wird "das deutsche Volk" in die Opferrolle gesteckt, das man vor den Einflüssen der multikulturellen Gesellschaft, den sogenannten "Gutmenschen" oder vor dem amerikanischen oder jüdischen Einfluss schützen müsse.

Moderne, gesellschaftliche Probleme wie das soziale Gefälle, Arbeitslosigkeit, Hartz IV und angebliche Überfremdung der Gesellschaft werden ebenfalls thematisiert. Rechtsextremisten geben der multikulturellen demokratischen Gesellschaft die Schuld an all diesen Problemen. Diese müssten mit allen Mitteln bekämpft werden. In zahlreichen Texten rechtsextremer Bands und Musiker werden Demokraten, Linke, Ausländer, Juden, Homosexuelle, Punks und Menschen aus anderen Kulturkreisen als Feindbilder der rechten Ideologie beschuldigt, beleidigt und schlecht gemacht.

Hierbei benutzen rechtsextreme Musiker auch gerne Begriffe, Phrasen und Worte wie "Heimat", "Volk", "Stolz", "Härte", "Blut"  oder "Rasse", die auch in der  Nazizeit gerne verwendet wurden.

Es gibt verschiedene Abstufungen rechtsextremer Musik:

  • offen rassistisch und nationalistisch geprägte Texte (oftmals mit klarem Bezug zum "Dritten Reich" - oft Rechtsrock, rechter Skinhead Rock 'n' Roll oder Oi!-Punk, National Socialist Black Metal (NSBM))
  • verdeckt rassistisch und nationalistisch geprägte Texte (schwammige und verschleiernde Texte - oft Rechtsrock, rechter Skinhead Rock 'n' Roll oder Oi!-Punk, NSBM, Wikingrock, Neofolk, Liedermacher, Dark Wave)
  • verklärende, romantische Texte mit mythologischem Hintergrund (oft im Neofolk, Wikingrock, NSBM, Liedermacher, Dark Wave)
  • Musik für selbsternannte Außenseiter der Gesellschaft, die sich von niemanden verstanden fühlen, die aber gleichzeitig einen patriotischen, völkischen oder undemokratischen Inhalt transportieren können (z. B. Musik der sog. Grauzone im Skinhead- und Oi!-Punkbereich, manche Deutschrockbands wie z. B. Frei.Wild oder Bands der sog. Neuen Deutsche Härte). 

Hier einige Bands und Musiker, deren Tonträger entweder komplett oder einzelne Songs aufgrund rechtsextremistischen Inhalts von der "Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien" (BPjM) indiziert wurden (Liste nicht vollständig): Absurd, Blitzkrieg, Death In June, Freikorps, Endlöser, Hate Society, Landser, Frank Rennicke, Nahkampf, Skrewdriver, Zyklon B.

Auch rechte Parteien wie z. B. die NPD wissen um die Macht und den Einfluss von Musik auf junge Menschen und versuchen dies auch bewusst auszunutzen. So werden immer wieder kostenlose Musik-CDs vor oder an Schulen verteilt, um junge Menschen mit rechtsextremer Musik für ihre Anliegen zu ködern. Ziel ist es, junge Menschen für rechte Kameradschaften oder Parteien zu rekrutieren und für Aktionen und Demonstrationen zu begeistern. So etwas nennt man rechte Propaganda.

Wenn Dir so etwas passiert oder Du so etwas beobachtest, hast Du aber die Möglichkeit dies Deinem Lehrer, Deinen Eltern oder bei der Polizei mitzuteilen oder anzuzeigen. Sollten die verteilten CDs auf der Indexliste der BPjM stehen, dann dürfen sie an unter 18-Jährige weder verkauft, verliehen oder verschenkt werden.