Propaganda durch Musik

Musik begleitet uns in unserem ganzen Leben, ob beim Einkaufen, im Internet oder beim Sport. Mal hören wir sie gewollt – mal ungewollt. Durch Musik können Emotionen und Wertvorstellung sowie politische Überzeugungen ausgedrückt und weitergegeben werden.

Für die extreme Rechte ist Musik deshalb nicht nur eine finanzielle Einnahmequelle, sondern sie versucht diese auch für ihre Zwecke zu nutzen und damit ein niedrigschwelliges Angebot für Jugendliche zu bieten. Diese Musik, ganz gleich welcher Sparte, wird "RechtsRock" genannt.

Die Zeiten, als "Nazimusik" aus (Militär-)Märschen bestand, sind lange vorbei. In den über 30 Jahren, in denen sich RechtsRock entwickelt hat, ist es zu einer Vielzahl von Stilrichtungen mit unterschiedlicher Ausprägung gekommen. Dabei fand eine Ausbreitung in den unterschiedlichen Szenen und Jugendkulturen statt. So gibt es Lieder mit rechtem Gedankengut in allen Musikrichtungen: in der Rock- und Popmusik, im Punkrock und Hardcore, im Heavy Metal, im Dark Wave und mit ihm verbunden im Neofolk, bei Liedermacher*innen und Singer/Songwriting, im Technobereich sowie im Rap.

Leider ist nicht jede Band an ihrem Namen, wie z.B. "Hassgesang", "Sturmwehr", "Erschießungskommando", "Landser", oder "Division Germania", sofort als rechtsextrem erkennbar. Auch über Texte können solche Bands nicht immer gleich zugeordnet werden, denn viele wissen, wie sie strafrechtlich relevante Aussagen in den Texten umgehen und ihre Inhalte mit schwammigen oder doppeldeutigen Botschaften versehen können.

So schwelgen einige Bands und Musiker*innen in Erinnerungen an die "gute alte Zeit, die wiederkommen wird" und nennen sie "die zwölf goldenen Jahre". Gemeint ist hierbei der Nationalsozialismus, der glorifiziert wird und den sie sich wieder wünschen. Ein Teil der extremen Rechten baut hierauf all seine Vorstellungen von künftiger Politik auf.

In vielen Texten wird das angebliche Aussterben des deutschen Volkes und der "Volksgemeinschaft" ("Volkstod") thematisiert. Dies entspricht einer einfachen Wir-gegen-Die-Logik. Der Grundgedanke ist, dass zwei unterschiedliche und in sich geschlossene Gruppen in Konfrontation zueinander stehen und dass durch Einwanderung eine Art "Überfremdung" oder ein Bürgerkrieg entstehen wird, in dem die Deutschen ausgelöscht werden. Dies hat natürlich mit der Lebensrealität nichts zu tun, denn in der Weltgeschichte erlebt jede Gesellschaft unterschiedliche Einflüsse durch Einwanderung.

Aktuelle gesellschaftliche Probleme und Entwicklungen, wie soziale Ungerechtigkeit, werden ebenfalls thematisiert. Die extreme Rechte gibt hierbei Jüdinnen und Juden die Schuld. Sie werden als "Marionettenspieler" und "Strippenzieher" in einer "zionistischen Weltverschwörung" gesehen, die eine "Schattenregierung" bilden, die Weltherrschaft anstreben und sich unermesslich bereichern wollen.

In Deutschland sind mehr als hundert extrem rechte Bands und Musikprojekte aktiv.

Viele Lieder oder auch ganze Alben dieser Bands stehen auf dem sogenannten Index. Dies ist eine Liste der jugendgefährdenden Medien, die die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) führt. Musikwerke, die dort verzeichnet sind, dürfen nach dem Jugendschutzgesetz entweder nur unter besonderen Bedingungen oder gar nicht verkauft werden. Generell gilt, dass diese nicht frei zugänglich gemacht oder für diese geworben werden darf. Dies gilt selbstverständlich auch auf Video- und Musikportalen, wie z.B. YouTube.

Fällt Euch ein Musikstück oder ein Video auf YouTube auf, von dem Ihr denkt, dass es rechtsextreme Inhalte hat, könnt Ihr dies beim Betreiber melden. Dazu müsst Ihr aber über einen YouTube Account eingeloggt sein. Unter dem Video, das gemeldet werden soll, klickt Ihr dann auf "Mehr" (drei Punkte), anschließend auf "Melden". Danach könnt Ihr Eure Anliegen konkretisieren. Prinzipiell könnt Ihr auch über das Online-Portal www.jugendschutz.net auffällige Inhalte melden.

Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM)

Rochusstr. 8-10
53123 Bonn
Tel.: 02 28/9 62 10 30
info(at)bpjm.bund(dot)de
www.bundespruefstelle.de

Eine Auswahl rechtsextremer Bands kannst Du hier abrufen:

www.belltower.news/liste-rechtsextremer-bands-und-liedermacher-50842/

Welche Bands auf dem Index stehen, kann bei www.bundespruefstelle.de erfragt werden.