Kleider machen (keine) Leute

Ein beliebtes Trägermaterial für Zahlen- und Buchstabencodes sind Kleidungsstücke aller Art. Nicht nur Klamotten von rechten Bands, Parteien, Kameradschaften oder anderen Organisationen werden gerne getragen, auch Motive aus dem Zweiten Weltkrieg oder der nordischen Mythologie werden in rechten Online-Stores zum Verkauf angeboten.

Firmen wie "Consdaple" oder "Masterrace" tragen in ihrem Firmennamen selbst Namen verbotener Organisationen oder rechtsextreme Aussagen (hier: NSDAP und Herrenrasse).

Moderne Kleidungsfirmen wie "Thor Steinar", "Ansgar Aryan" oder "Erik & Sons" bedienen auf den ersten Blick Fans der nordischen Mythologie und der Wikinger-Romantik. Diese Kleidungsstücke werden aber auch mit Motiven aus dem Zweiten Weltkrieg kombiniert, um die Überlegenheit der weißen (arischen) Rasse zu dokumentieren. Oftmals werden auch die Soldaten der damaligen deutschen Wehrmacht glorifiziert und als den "anderen überlegen" dargestellt.

Hierbei spielen Motive wie altgermanische Runen (z. B. Tyr- oder Sigrune), die sog. "Schwarze Sonne" (Symbol der NS-Ordensburg Wewelsburg), die Farben schwarz-weiß-rot (Staatsfarben im NS-Regime), Zahnräder (Symbol der verbotenen NS-Organisation "Deutsche Arbeitsfront" - DAF) oder Darstellungen von Adlern, Hämmern, Fäusten, Schwertern oder dem "Eisernen Kreuz" eine wichtige Rolle.

Es gibt aber auch Klamottenfirmen wie "Rizist", die Motive und Kleidungsstücke im "Hip-Hop-Style" herstellen, um auch diese Szene zu unterwandern.

Der Trend der letzten Jahre geht sogar so weit, dass Rechte in ursprünglich linke oder alternative Jugendkulturen eindringen und deren Kleidungsstil kopieren. Dies geschieht z. B. im Hardcore- und Punk-Bereich, im Hip-Hop und sogar bei den linksautonomen Gruppierungen wie z. B. bei der "Antifa", deren Kleidungsstil mit schwarzen Klamotten von den sog. "Autonomen Nationalisten" kopiert wird. Beide Gruppierungen tragen z. B. schwarze, bequeme Kleidung und oft ein Cappi oder Kapuzenpullies. Dieser quasi identische Kleidungsstil dient u. a. dazu, den "politischen Gegner" zu verwirren und zu unterwandern und auch der Polizei die Arbeit bei Demonstrationen und Aktionen zu erschweren.

Rechtsextremisten kann man optisch sehr oft auch nicht von anderen Menschen unterscheiden. Neonazis tragen ebenfalls ganz normale Anzüge oder Freizeitklamotten oder geben sich traditionell in Dirndl und Lederhosen.

Deswegen ist es in erster Linie wichtig darauf zu achten, WAS die Person sagt und WIE sie sich gegenüber anderen Menschen (z. B. Menschen mit dunkler Hautfarbe) verhält.