Internet

Das Internet ist für viele Rechtsextremisten das ideale Forum, ihr Gedankengut, ihre Weltanschauung und ihre Propaganda weltweit zu verbreiten und für ihre Sache zu werben. Dafür gibt es verschiedene Gründe.

Durch die Nutzung ausländischer Server ist es auch für deutsche Rechtsextremisten möglich, zum Teil strafrelevante Inhalte der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, die in Deutschland sonst verboten wären. So werden Propagandamaterialien wie Flugblätter, Videoclips, CDs, Aufkleber oder auch Texte wie Hitlers "Mein Kampf" verbreitet.

Aber natürlich stellen Rechtsextremisten nicht nur verbotene Inhalte ins Netz. Ganz im Gegenteil: Sie versuchen in den letzten Jahren vermehrt mit sozialen, sozialpolitischen oder ökologischen Themen die Gesellschaft unerkannt zu durchdringen und bieten für sehr komplexe gesellschaftliche Probleme vermeintlich simple Lösungsansätze, die auf den ersten Blick plausibel erscheinen. Das weckt Aufmerksamkeit. Heutzutage sind die meisten Seiten sehr professionell und modern gestaltet und erleichtern den Zugang zu den Inhalten.
Beispiele für solche Themen sind Arbeitslosigkeit, Leiharbeit, Kinderschänder, die Globalisierung, der Euro oder der Werteverlust in der Gesellschaft. Hierfür werden oftmals die politischen Gegner wie "die Demokraten" an sich, "Linke" oder Menschen mit Migrationshintergrund als Schuldige herangezogen und verantwortlich gemacht.

Über das Internet lassen sich aber nicht nur politische oder sozialpolitische Inhalte leicht vermitteln. Rechtsextremisten nutzen das Medium verstärkt auch, um speziell junge Menschen mit Hilfe von Musik- oder Propagandavideos  neugierig zu machen. So werden kostenlose mp3-Files zum Download angeboten oder Propagandavideos auf Internetseiten integriert. Portale wie "YouTube", "Myspace" oder "Last.fm" werden von  Rechtsextremisten dazu genutzt, nahezu ungefiltert nationalistische, rechtsextreme oder menschenverachtende Texte und Musik jungen Menschen zugänglich zu machen.

Auch in sozialen Netzwerken wie "Facebook", "Google+", "Schüler- oder Studi-VZ" oder auf Bloggerseiten sind Rechtsextremisten vermehrt aktiv und versuchen dort ihre Ansichten zu platzieren. In den Web 2.0-Plattformen lassen sich schnell und gezielt Aktionen organisieren und verbreiten. Die modernen Communities sind der ideale Tummelplatz für politische Aktivisten, die sich mit Hilfe der aktuellen Technik (z. B. Smartphones) hier auch ideal vernetzen können.

Eine generelle Möglichkeit rechtsextreme Internetseiten abzuschalten gibt es nicht, besonders dann, wenn der Server im Ausland steht. Communities wie Facebook oder YouTube bieten aber die Möglichkeit an, verbotene oder anstößige Inhalte zu melden, die dann vom Betreiber gelöscht werden können.
Es gibt aber auch die Möglichkeit, Seiten mit offensichtlich rechtsextremistischem Inhalt bei einer Online-Meldestelle zu melden.

Solche Meldestellen sind zum Beispiel:
www.nazis-im-internet.de
www.naiin.org
www.jugendschutz.net
www.mut-gegen-rechte-gewalt.de