Internet
Rechtsextreme nutzen das Internet systematisch für ihre Propaganda und Vernetzung. Experten zählen weit über 1000 rechtsextreme deutsche Websites: Die Rechten werben auf Sonderseiten für Demonstrationen und erreichen so eine große Zielgruppe. In Diskussionsforen und Chat-Räumen fordern sie zum Mitmachen auf und streuen dort ihr rechtes Gedankengut. Darüber hinaus gewinnen Tauschbörsen, Internetportale und Weblogs immer mehr an Bedeutung, da Rechte versuchen, auf diesem Weg neue Interessenten zu gewinnen und den Kontakt in die Szene herzustellen.
Aber: Rechte Websites sind oft nicht sofort als solche zu erkennen. Vor allem wenn die Server in Deutschland stehen, sind dort aus Angst vor der Polizei selten Hakenkreuze und Hetzparolen zu sehen.
Die Rechten nutzen bestehende gesellschaftliche Probleme wie Arbeitslosigkeit oder Globalisierung als Aufhänger und zeigen anhand dieser Beispiele ihre oft sehr verlockend einfach klingenden "Lösungswege" auf. Immer öfter versuchen sie deshalb im Internet, mit Service-Angeboten, wie z. B. rechtlichen Informationen zum Arbeitslosengeld, zu locken.
Vermehrt nutzen Gruppen wie militante Kameradschaften das Internet, um über ausländische Server in Deutschland verbotene Inhalte zu streuen. So hetzen Rechtsextremisten hauptsächlich von dort gegen ihre Gegner und verbreiten verbotenes Propagandamaterial (Musik, Flugblätter, Symbole, Texte wie Hitlers "Mein Kampf").
Das Problem der Polizei ist, dass sie zunächst nur in Deutschland gelagerte Internetseiten verfolgen und abschalten kann. 2007 hat sich allerdings gezeigt, dass auch deutsche Staatsbürger zur Rechenschaft gezogen werden können, die im Netz vom Ausland aus Straftaten begehen: So wurde der Neonazi Ernst Zündel zur Höchststrafe von fünf Jahren Gefängnis verurteilt, weil er über seine in Kanada betriebene Website den Holocaust geleugnet hatte.
Wegen der komplizierten Gesetzeslage ist es sinnvoll, sich bei rechter Propaganda im Internet an eine Online-Meldestelle zu wenden.
Zum Beispiel:
www.nazis-im-internet.de
www.naiin.org
www.jugendschutz.net